
Die Welt der kleinsten Teilchen ist eine hochspannende Sache! Da sind wir 12 Schülerinnen und Schüler des LK-Physik der Stufen 11 und 12 vom StG und KKG uns einig. Am liebsten würden wir direkt alle zum CERN fahren und dort vor Ort die Teilchenwelt erforschen. Aber so einfach geht das nicht: Zunächst muss man sich qualifizieren. Dazu kann man an internationalen Masterclasses teilnehmen. Sie finden jährlich im März an Universitäten weltweit statt. Das hört sich interessant an!
Am 19. März 2012 war es dann so weit. Um 9.30 Uhr trafen wir uns mit weiteren interessierten Schülerinnen und Schülern anderer Gymnasien aus der Umgebung an der TU-Dortmund. Gleichzeitig forschten mit uns an diesem Montag Masterclass-Gruppen in London, Athen und Udine (Italien).
Nach einem Vortrag, indem uns Herr Professor Gößling die wichtigsten Elementarteilchen des Standardmodells und die verschiedenen Experimente am Teilchenbeschleuniger LHC am CERN vorstellte, bekamen wir eine Einführung in die Klassifizierung verschiedener Zerfallsereignisse von Teilchen. Nach dem Mittagessen in der Mensa sollten wir selbst in Kleingruppen, natürlich unter Betreuung weitere Mitarbeiter des Lehrstuhls, verschiedene Ereignisse den entsprechenden Kategorien der Zerfallsereignisse zuordnen.
Zu diesem Zweck bekamen wir ein spezielles Computerprogramm, inklusive einem ausgewählten Datensatz. Nachdem wir fünfzig Zerfallsereignisse von Z-Bosonen (in Elektron und Positron bzw. Myon und Anti-Myon) bestimmt hatten, mussten wir diese Daten auf einen zentralen Server hochladen. Dort wurden die Ergebnisse der vier internationalen Gruppen zusammengetragen und anschließend in einer Videokonferenz verglichen. Diese Videokonferenz, an der alle Masterclass-Gruppen teilnahmen, wurde von zwei jungen Wissenschaftlern in Genf geleitet. Nach der Besprechung der Ergebnisse gab es auch die Möglichkeit, Fragen an die Wissenschaftler zu stellen.
Der Tag an der Universität war für uns alle eine schöne und lohnende Abwechselung zum Schulalltag, durch die wir viel Neues gelernt und einen Einblick in wissenschaftliche Arbeitsmethoden erhalten haben.
Nun haben wir also die Qualifikation, um uns zu einem Workshop am CERN anzumelden. Leider sind die Plätze begrenzt und die Nachfrage verständlicher Weise groß. Wir hoffen, dass wir auch dort mit dem gesamten LK-Physikkurs teilnehmen können. Daumendrücken ist angesagt!!
Text: Moritz Twente
Fotos: Dr. Michaela Horstendahl