Letzte-Hilfe-Kurs“?! Ja, richtig gelesen! Es gibt tatsächlich nicht nur „Erste-“, sondern auch so genannte „Letzte-Hilfe-Kurse“.

Einen solchen Kurs hat der christliche Religionskurs der Jahrgangsstufe 10 im Rahmen der Unterrichtsreihe „Tod und Leben in christlicher Perspektive“ am 23.1.2026 im Hospiz am Ostpark (Träger: Bethel.regional) absolviert.

Ein Hospiz (von lateinisch hospitium – „Herberge“ oder auch „Gastfreundschaft“) ist eine Einrichtung, in der unheilbar kranke Menschen in der letzten Phase ihres Lebens nicht nur körperlich gepflegt, sondern ganzheitlich (körperlich – emotional – sozial – seelisch) begleitet werden, um bis zum Schluss ihre Lebensqualität so weit wie möglich zu erhalten und menschenwürdig zu sterben. Die Begleitung richtet sich dabei nicht nur auf den Kranken selbst, sondern bezieht auch die Angehörigen mit ein, die professionelle Hilfe, Beratung und Begleitung in ihrer Trauer erfahren.

In dem vierstündigen Seminar haben uns die beiden Kursleiterinnen Alexandra Hieck von der Akademie Johannes Hospiz (Münster) und Claudia Riedel (Pflegefachkraft Palliative und Spiritual Care, Trauerbegleiterin) die Räumlichkeiten des Hospizes vorgestellt, über ihre alltäglichen Aufgaben und das Leben der dort wohnenden Gäste berichtet und uns in vier Modulen nähergebracht, was jeder und jede von uns persönlich im Umgang mit einem sterbenden Menschen tun kann.

Das erste Modul „Sterben als ein Teil des Lebens“ soll dabei helfen, Ängste im Umgang mit dem Tabuthema Tod abzubauen, indem man sich bewusst macht und akzeptieren lernt, dass der Tod etwas ist, das zum Leben dazugehört.

In der zweiten Einheit „Vorsorgen und Entscheiden“ wurde uns gezeigt, wie wichtig es ist, sich frühzeitig Gedanken darüber zu  machen, was wir selbst uns am Lebensende wünschen. Ob und welche lebenserhaltenden Maßnahmen wir möchten, kann man z.B. in einer Patientenverfügung festhalten. Eine Vorsorgevollmacht dagegen bestimmt, welche Personen für uns in Notsituationen Entscheidungen treffen dürfen, falls wir selbst dazu nicht mehr in der Lage sein sollten.

Praktisch orientiert war das dritte Modul „Leiden lindern“, wo wir praktisch ausprobieren konnten, mit welchen Mitteln man die Lebensqualität eines Sterbenden verbessern kann. Neben praktischen Handgriffen, die z.B. Kopfschmerzen oder Übelkeit vertreiben können, ging es um Mundpflege, wie man mit einfachsten Hilfsmitteln einen trockenen Mundbereich wieder befeuchten kann, bis hin zu Aromatherapie mit Hilfe ätherischer Öle oder Musiktherapie, z.B. durch die wohltuenden Klänge einer Ocean Drum, die das Meeresrauschen nachahmt, einer Klangschale oder einer Hapi Metallzungentrommel.

Und im letzten Modul „Abschied nehmen“ schließlich konnten wir schöne Rituale kennenlernen, mit denen man von einem Sterbenden Abschied nehmen kann, aber auch erfahren, wie wichtig das Zulassen der eigenen Trauer ist, wie unterschiedlich sie sich äußern kann und wo man als Betroffener (professionelle) Hilfe bei der Bewältigung seiner Trauer finden kann.

Der Relikurs bedankt sich für einen lehr- und erlebnisreichen Vormittag bei Alexandra Hieck, Claudia Riedel und Jack-Russell-Terrier Lui!

Text und Fotos: Katrin Stöppelkamp