Am Freitag, den 30. Januar 2026 war das Klassenzimmerstück „Ausnahmezustand“ des Schauspiels Dortmund zu Gast im Stadtgymnasium im WPII-Kurs Darstellen und Gestalten des Jahrgangs 10.
Scheinbar eine ganz normale 7. Stunde im Jahrgang 10 am Stadtgymnasium Dortmund. Doch plötzlich öffnet sich die Tür und ein junger Mann betritt mit Besen und Putzwagen den Klassenraum. Er sieht sich um, beginnt zu fegen und zu putzen und – zu reden. Von sich, über sich, warum er da ist. Schon befinden wir uns mitten im Klassenzimmerstück „Ausnahmezustand“, das direkt in Schulen gespielt wird und sich im Klassenzimmer als interaktives Erlebnis entfaltet und die Schüler*innen aktiv einbezieht. Es erzählt von jungen Menschen, die sich in Zeiten von Klimakrise, Umweltprotesten und gesellschaftlichen Herausforderungen fragen, wie sie wirklich was verändern können.
Vom Idealismus zur Realität
Der Protagonist Marvin (gespielt von Roberto Romeo) schließt sich einer Demonstration an. Vegan essen, Proteste organisieren, gemeinsam für die gute Sache kämpfen – alles scheint einfach. Doch je näher er seinem neuen Umfeld kommt, desto deutlicher werden die Widersprüche: Wie vereinbart man persönliche Ideale mit dem Alltag? Gemeinsam mit Gleichgesinnten erkennt er, dass auf Worte endlich Taten folgen müssen und radikales Handeln nötig ist, um wirklich Wirkung zu erzielen.
Bereits Anfang Dezember hatte der WPII-Kurs Darstellen und Gestalten unter der Leitung von Frau Auer die Gelegenheit, als Probenklasse zu fungieren und der Probenarbeit für dieses intensive Projekt direkt beizuwohnen. Hierfür wurden vom Ensemble des Schauspiels Dortmund Teile des Stückes zuvor entwickelt und vor dem Kurs präsentiert, wodurch die Schülerinnen und Schüler ganz direkt die Theaterarbeit erfahren konnten. Sie wurden mit einbezogen und zur Thematik und deren Umsetzung direkt im Anschluss befragt und hatten auch ihrerseits die Gelegenheit, Nachfragen zu stellen und Vermutungen auf Verlauf und Ausgang des Stückes anzustellen. Als Gäste konnte der Kurs neben dem Schauspieler Roberto Romeo die Regie, Dramaturgie, die Ausstatterin sowie Praktikantinnen und eine FSJ-Kraft begrüßen, die nicht nur zum Stück selbst und dessen Thematik, sondern auch zu allen Bereichen im und um das Theater befragt werden durften. Die Theatervermittlerin Sarah Jasinszak begleitete das Projekt, vermittelte den thematischen Rahmen und konnte ebenso wie der Protagonist des Stückes – Schauspieler und Ensemblemitglied des Schauspiels Dortmund Roberto Romeo – im Anschluss zu allen Bereichen des Theaters befragt werden.
Am 30. Januar stand dann die komplette Präsentation des fertigen Stückes auf dem Programm und überraschte die Kursmitglieder nun mit dem Ende, das ja noch neu für sie war. Das gesamte Projekt stellte für den Kurs eine intensive Theatererfahrung dar und bot interessante Einblicke in Entstehung und Entwicklung sowie Umsetzung eines Stückes von Stoff und Idee bis zur Aufführung.
Text und Bilder: Silke Auer und Theater Dortmund (Homepage)


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