Im Kunstkurs der Q2 stand in diesem Halbjahr die Auseinandersetzung mit dem Werk des südafrikanischen Künstlers William Kentridge im Mittelpunkt. Nach einer intensiven theoretischen Annäherung an seine Arbeitsweise – geprägt von prozesshaftem Zeichnen, Spurensicherung und ständiger Veränderung – wurden die Schüler:innen eingeladen, ihren eigenen zeichnerischen Prozess kritisch zu hinterfragen und neu zu denken.

Ausgehend von Kentridges Idee, Zeichnung nicht als statisches Endprodukt, sondern als fortlaufende Entwicklung zu begreifen, erkundeten die Lernenden verschiedene Wege, Prozesshaftigkeit sichtbar zu machen. Sie experimentierten mit Überlagerungen, Transformationen, Fragmentierungen und zeitlichen Abfolgen innerhalb eines einzigen Bildträgers.

Unter dem Titel „Zeichnerische Metamorphosen“ entstanden anschließend großformatige Zeichnungen, die sehr unterschiedliche Ansätze verfolgen: mal werden Bewegungen nachgezeichnet, mal Formen aufgebrochen oder neu zusammengesetzt, mal verwandeln sich Motive Schritt für Schritt in etwas völlig Neues.

Viele der entstandenen Arbeiten zeigen, wie persönliche Handschrift und konzeptionelle Idee zusammenfinden und wie vielfältig der Prozess des Zeichnens interpretiert werden kann.

Text: Sonja Hübel

Fotos: Q2 GK Kunst