Liebes Tagebuch,
was für ein Aufreger! Ich wollte am Samstag eigentlich nur gemütlich in meiner guten alten Kastanie im Innenhof abhängen und ein bisschen vor mich hinfärben – vielleicht ein sanftes Grün für Entspannung oder ein chilliges Blau. Und vor allem: endlich mal keine Erwachsenen, die über Hausaufgaben, Vokabeltests oder Arbeiten diskutieren. Absolute Ruhe. Dachte ich.
Pustekuchen! Ich wäre beinahe vor Schreck kunterbunt geworden, als früh am Morgen plötzlich die Türen aufgingen und – zack! – die ganze Schulgemeinschaft auf den Hof strömte. Und da dämmerte es mir schlagartig: Tag der offenen Tür! Wie konnte ich das nur vergessen? Ich, Stagy, wandelndes Schulmaskottchen und eigentlich überall gleichzeitig!
Na gut, wenn ich schon wach war, konnte ich auch gleich meine geheimen Chamäleon-Schleichwege nutzen, um unauffällig zu schauen, was da alles vorbereitet wurde. Und das war eine ganze Menge! Die Schulsanitäter flitzten herum, der Förderverein, die Lehrerinnen und Lehrer schleppten Tische, die Schülerinnen dekorierten fleißig, die Schulsozialarbeit war am Start… Und überall roch es nach Waffeln und Kaffee.
Richtig aufregend wurde es aber erst, als die vielen neuen Eltern mit den Viertklässlerinnen und Viertklässlern unserer Dortmunder Grundschulen eintrafen. Da mischte ich mich – selbstverständlich völlig unsichtbar – unters Volk. Endlich konnte ich mal ganz in Ruhe all die Stationen besuchen, die sonst immer so überlaufen sind: ich konnte die Theater-AG auf der Bühne sehen, die digitalen Räume erkunden, den Informationen zu den Profilen, dem Fahrtenprogramm, dem Förderkonzept und den Betreuungsangeboten des Stadtgymnasiums lauschen… ein Paradies für ein neugieriges Chamäleon wie mich!
Und weil mich niemand sehen konnte, habe ich mir ein paar harmlose Späße mit den Eltern erlaubt. Ein Flyer, der wie von selbst verrutscht; ein StG-Pullover, der plötzlich „winkt“ – lauter kleine Maskottchen-Fingerübungen. Und falls mich doch jemand kurz aus meiner Tarnung hat hervorblitzen sehen: halb so wild! Ich bin schließlich auf jedem Flyer, jeder Mappe und jeder Schulpulli-Kollektion drauf. Da gehört eine kleine Überraschung einfach dazu.
Mit den neuen Kindern war ich aber besonders lieb – ich bin ja schließlich ein Chamäleon mit Herz! Fotos, Umarmungen, High-fives: ich hab alles gegeben. Und dann haben mir einige sogar selbst gemalte Bilder geschenkt. Da wurde ich so gerührt, dass ich glatt knallrot wurde – ganz ohne Farbwechseltechnik!
Als der Tag nach vielen Verabschiedungen schließlich zu Ende ging und ich mich wieder in meine Kastanie zurückzog, wurde mir einmal mehr klar: Ich wohne wirklich an der besten Schule der Welt. Und ich hoffe sehr, dass ich all die neuen Gesichter ganz bald wiedersehe – hier bei uns am Stadtgymnasium!
Bis bald,
dein Schulmaskottchen Stagy

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