Was der Stadtrat Jugendlichen rät – Gemeindevertreter im Gespräch mit Schülern der Jgst. 9

Mehr als 11000 Gemeinden weisen neuere Statistiken für Deutschland aus. Als lokale Einheiten sind Gemeinden und Städte die politische Vertretung der Bürger für ihr direktes Lebensumfeld. Die spannende Seite der Lokalpolitik thematisieren nun Stadträte, indem Sie regelmäßig Jugendliche der Stufe 9 des Stadtgymnasiums einladen. Im Dezember 2017 nahmen drei Klassen diese Einladung in das Rathaus der Stadt Dortmund erwartungsvoll an. Sie überzeugten sich von der Erzählfreude der Repräsentanten und staunten über die attraktiven Räume des Dortmunder Rathauses.

Ausgangspunkt war das Problem geringer politischer Beteiligung Jugendlicher an Wahlen. Die Schüler haben sich im Unterricht intensiv auf die Arbeit der Gemeinden, Städte und die Rolle der politischen Wahlen auf lokaler Ebene informiert. Sie überlegten sich kritische Fragen zum beruflichen Alltag der Ratsmitglieder und deren Verhältnis zur Bevölkerung.

Häufig besitzt die Lokalpolitik im Denken einiger Bürger eine untergeordnete Rolle. Dass jedoch die Lokalpolitik für das Lebensumfeld der Kinder von zentraler Bedeutung ist, darüber gaben das Ratsmitglied Buchloh und der Bundestagsabgeordnete a.D. Hoffmann sehr sachliche Auskunft.

Die Ratsherren stellten sich souverän den regen Gesprächsimpulsen der Schüler zu Armut, der Rolle von Gemeinden bei der Zuwanderung sowie der Einrichtung von Bildungsmöglichkeiten in Dortmund. Sie erörterten die Schnittstellen zwischen Gemeinde-, Landes- und Bundespolitik und  problematisierten Themen des Wahlkampfes sehr ausgewogen. Ermunternde Auskünfte zur Attraktivität politischer Tätigkeit auf städtischer Ebene gaben die Ratsmitglieder aus eigenem Anlass.

Nicht nur die freundliche Einladung zum Kuchen im Raum der Partnerstädte, sondern vielmehr das Probesitzen auf den feinen Sesseln im Ratssaal beeindruckte die Jugendlichen. Darüber hinaus verdrängte der offene Eindruck des Rathauses den sonst eher trockenen Charakter politischer Themen im Klassenraum. Lebensnahe Berichte über die wechselvollen Tätigkeiten der Ratsmitglieder, angefüttert mit biographischen Details, ergänzten den Eindruck von Fachkompetenz der Volksvertreter.

Umgang mit Grenzfällen und extremen Ansichten im politischen „Alltag“ wurden skizziert. Auch  wurde den Schülern der Ablauf einer Ratssitzung sehr plastisch vermittelt. Es wurde deutlich, dass politische Repräsentation in einer Demokratie eine anspruchsvolle Aufgabe darstellt. Die  routinierte Führung durch das Rathaus beeindruckte unsere Schülerinnen und Schüler.

Wir freuen uns auf weitere Begegnungen mit Ratsmitgliedern unterschiedlicher Fraktionen in den nächsten Jahren, weil dies unseren Unterricht im Fach Politik qualitativ bereichert. Auch rücken diese Einblicke die Stadt Dortmund als sozialen Lebensraum in eine positive Perspektive.

Text und Fotos: J. Pfennig

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