Strasbourg 2012 – Vive l’amitié franco-allemande

Auch dieses Jahr sind wieder Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 des Stadtgymnasiums nach Straßburg gefahren, um einen lebendigen Einblick in die deutsch-französische Freundschaft zu bekommen, hinter die Kulissen Europas zu blicken und sich über bilinguale und trilinguale Studiengänge zu informieren.
Um einen groben Einblick in die Stadt zu bekommen, begann unsere Fahrt mit einer kleinen Stadtführung. Unter anderem konnten wir das Gerberviertel La Petite France mit seinen größtenteils erhaltenen Fachwerkhäusern und kleinen Gassen besichtigen sowie das Straßburger Münster, das Wahrzeichen der Stadt. Besonders bemerkenswert sind die astronomische Uhr und die Orgel. In unserer Freizeit sind einige aus unserer Gruppe den Kirchturm hochgelaufen, von wo aus man einen guten Ausblick über die Stadt hatte.
Untergebracht waren wir nah dem Stadtzentrum im Jugendhotel CIARUS. Das Hotel sah einladend aus und die Rezeptionisten waren stets freundlich. Technisch war das CIARUS auf dem neuesten Stand mit Internet, Fernseher, Telefonen und Aufzügen. Die Zimmer sehen rustikal aus, waren aber sauber und hatten einen tollen Ausblick auf die Wohngegend.
Auch das Essen vermittelte uns einen typisch französischen und elsässischen Eindruck: Am ersten Abend waren wir alle zusammen in der Ancienne Douane, wo wir gemeinsam wahre Mengen an Tarte flambée (Flammkuchen) genießen konnten. Und das Frühstück im CIARUS mit seinen frischen Croissants war ganz typisch französisch.
Mittags mussten wir uns selbst verpflegen. Nach einigen Frotzeleien unserer Lehrerinnen, Frau Chaaouani und Frau Volland, haben wir dann doch von unserer amerikanisch gestylten Ernährung abgesehen und uns auf Französisches eingelassen: die Sandwichs und süßen Köstlichkeiten, die man an der Place Kléber erstehen konnte, sind sehr zu empfehlen.
Am zweiten Tag unseres Aufenthalts besuchten wir im Europaviertel das Europaparlament und den Europarat. Uns wurde erklärt, wie die Politiker Europas sitzen, wieso es mehr Kabinen als Dolmetscher gibt, warum das Parlament bei Sitzungen manchmal halb leer ist, wie Abstimmungen funktionieren und wie man einer Sitzung beiwohnen kann. Nach einem sehr interessanten Vortrag über die parlamentarische Ebene der EU, von der wir in Dortmund so gut wie nichts mitbekommen, bekamen wir Informationsmaterial und fuhren zum deutsch-französischen Forum, welches ganz in der Nähe liegt.
Dieser unscheinbare Programmpunkt war einer der Gründe, warum wir – abgesehen von drei entspannend abwechslungsreichen Tagen – nach Straßburg fuhren. Es handelt sich um eine internationale Studienmesse, bei der Hochschulen und Universitäten jedes Jahr ihre bilingualen (und teilweise sogar trilingualen) Studiengänge vorstellen können. Ziel ist es, den Studenten einen möglichst realistischen Eindruck dieser Studien zu vermitteln und sie in ihrer Studienwahl zu beraten.
Gerade angekommen, wurden wir herzlich empfangen. Ein freundliches „Je peux vous renseigner?“ erleichterte den Einstieg erheblich. Die freundlichen Aussteller erkundigten sich nach unseren Interessen und empfahlen uns aufgrund der Gespräche Studiengänge und Universitäten, deren Stände uns vielleicht interessieren könnten. Alle Sorgen, die wir im Vorhinein bezüglich etwaiger Sprachbarrieren hatten, erwiesen sich als absolut unbegründet. Die Vertreter der einzelnen Universitäten – sowohl Studenten als auch Professoren – waren äußerst zuvorkommen und standen uns zu all unseren Fragen ehrlich Rede und Antwort – wahlweise auf Deutsch, Englisch oder Französisch.
Doch was bleibt am Ende des Tages von diesem Besuch übrig? Erkenntnisse, die wir – egal, ob man sich im Vorhinein mit diesem Thema beschäftigt hatte der nicht – gewonnen und gerne mit anderen teilen möchten: Mehrsprachige Studiengänge stellen eine ausgezeichnete Möglichkeit dar, seine Sprachkenntnisse zu verbessern und die Kultur eines anderen Landes hautnah zu erleben. Sie sind zudem ein Pluspunkt in jeder Bewerbung und öffnen einem auch die eine oder andere Tür. Jedoch ist die Anzahl an Studienplätzen aufgrund sehr kleiner Gruppen begrenzt. Doch ist man erst einmal an einer Universität oder Hochschule angenommen, so kann man sich ihrer Unterstützung gewiss sein, wenn es um den Auslandsaufenthalt geht. Eine wichtige, vielleicht sogar die wichtigste Erkenntnis, dass man dieses Abenteuer nicht alleine bestreiten muss.

Text: Gisela, Lara, Leonie, Judith, Philipp, Rafael, Serkan, Daniel, Enrico
Fotos: Birgit Volland, Pascale Gauchard

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