Smartphones und Menschenrechte

Was haben unsere Smartphones mit Menschenrechten in Ländern wie dem Kongo zu tun?

Zur Feier der 70 Jahre bestehenden Allgemeinen Menschenrechtserklärung und einem im Frühjahr 2019 beginnenden Handy-Projekt gingen etwa 100 Schülerinnen und Schüler des Stadtgymnasiums gemeinsam mit Dr. Claude Kabemba im November dieser Frage nach.  Als Experte für Menschenrechte und Bergbau war er im Auftrag von Brot für die Welt auf einer Konferenz für Digitalisierung und Nachhaltigkeit in Deutschland und besuchte auf seiner kurzen Tour durch NRW auch – als einzige Schule! – das Stadtgymnasium Dortmund.

Eine der Erkenntnisse, die wir gewinnen konnten: auf unsere Smartphones müssen wir nicht verzichten – aber wenn wir die die Menschenrechtserklärung in die Tat umsetzen wollen, müssen wir dafür kämpfen, dass die Menschen, die die Produktion sicherstellen, dies unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und nachhaltigen Gesichtspunkten tun.

Besuch Dr. Claude Kabemba, am 16.11.2018

Am Freitag, dem 16.11.2018 versammelten sich etwa 130 Schülerinnen und Schüler unserer Schule in der 3. und 4. Stunde in der Aula. Wir hatten Dr. Claude Kabemba, Direktor des „Southern Africa Resource Watch“ (SARW), bei uns zu Besuch.

Er hielt einen Vortrag über die illegale Förderung verschiedener Bodenschätze in Afrika, auf den wir uns im Unterricht vorbereitet hatten. Der Vortrag war auf Englisch, also eine neue Erfahrung für uns. Wir waren sehr interessiert und hörten gespannt zu. Es war etwas Besonderes für uns, über die Umstände in Afrika von einer Person zu hören, die es persönlich erlebt hat und sich jetzt für die Menschen in dieser Situation einsetzt.

Heute besitzt fast jeder elektronische Geräte, teilweise auch ein Dutzend oder mehr; eins davon ist meist der tägliche Begleiter: unser Smartphone. In Afrika gibt es bekanntlich sehr viele Bodenschätze und Mineralien. Eines dieser Mineralien ist zum Beispiel Coltan. Coltan ist für die Smartphone Produktion essenziell, da es ohne Coltan keine Smartphones geben würde.

Leider wird dieses Coltan und viele andere Ressourcen in Afrika von den Menschen unter sehr schlechten Bedingungen abgebaut. Bewaffnete Rebellentruppen in der Demokratischen Republik Kongo beispielsweise zwingen die Arbeiter zum illegalen Abbau der Rohstoffe um sich zu finanzieren. Die Arbeiter bekommen nicht genug Geld zum Leben und die Arbeitsbedingungen sind menschenverachtend. Ohne jegliche Schutzkleidung und Regeln müssen dort auch Kinder arbeiten. Die Umwelt ist sehr stark belastet und wird gar nicht beachtet. Meist sind die Gegenden um die Minen verseucht und die Luft ist teilweise schwarz, was dazu führt, dass viele Menschen erkranken und schneller sterben. Gegen diese Rebellentruppen wird die größte Blauhelm-Aktion der Vereinten Nationen (UN) geführt. Außerdem werden durch internationale Initiativen wie zum Beispiel der EU und den USA, die Firmen verpflichtet, ihre Lieferungsketten offen darzulegen. Sie müssen also durch staatlich zertifizierte Minen ihre Rohstoffe beziehen.

All dies ist leider noch nicht vorbei und ferner nicht publik genug. Deshalb sind wir Dr. Claude Kabemba für seinen Einsatz und seinen Besuch sehr dankbar. Nach seinem Vortrag hatten wir auch die Möglichkeit, ihm detailliertere Fragen zu stellen, die er uns mit Begeisterung über unser Interesse beantwortete. Der Vortrag war sehr aufschlussreich und öffnete neue Perspektiven, da Herr Kabemba die Situation vor Ort kennt und uns diese auf Englisch näherbrachte.  

Mikail Oez

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