Philosophie und praktische Philosophie am Stadtgymnasium

Sek 1: 5-9 (Praktische Philosophie)
Sek 2: 10-12 (Philosophie)


Praktische Philosophie (Sekundarstufe 1)

Praktische Philosophie ist angelegt als Fach für diejenigen Schülerinnen und Schüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen. Man möchte damit sicherstellen, dass sich die in den letzten Jahren stetig zunehmende Zahl von Schülerinnen und Schülern, die nicht vom Religionsunterricht erreicht wird, in der Schule systematisch mit Sinn- und Wertfragen auseinander setzt. Die Konzeption dieses Faches lässt  sich in aller Kürze recht gut an seinem Namen erläutern. Philosophie bedeutet, dass dieses Fach nicht auf Fragen der Ethik – wie in anderen Bundesländern – beschränkt ist, sondern sich an der wissenschaftlichen Disziplin Philosophie als Leitwissenschaft orientiert. Praktisch bedeutet in diesem Zusammenhang, dass  der Unterricht an konkrete Handlungszusammenhänge anknüpft und auf diese zurückwirkt. Dies gilt vor allem für die Verfahrensweisen des Unterrichts, die  auf den Erwerb handlungsbezogener Kompetenzen und nicht primär auf Wissenserwerb ausgerichtet sind.

Seit dem Schuljahr 1997/1998 ist das Fach Praktische Philosophie an einer begrenzten Anzahl von Schulen in NRW im Rahmen eines Schulversuchs unterrichtet worden. Das Stadtgymnasium hat an diesem Schulversuch seit dem Schuljahr 1998/1999 teilgenommen. Nach Beendigung der Versuchsphase ist das Fach Praktische Philosophie nun reguläres Fach der Sekundarstufe 1 an unserer Schule. Es wird in den Klassenstufen 5 bis 9 unterrichtet.

Grundlage für den Unterricht in Praktischer Philosophie ist das neu entwickelte Kerncurriculum Praktische Philosophie, das für alle Schulformen – die Schulen der Sekundarstufe 1 sowie Berufsbildende Schulen und Kollegschulen – gilt.

Nach diesem Kerncurriculum sollen für den Unterricht drei Lernperspektiven berücksichtigt werden:

  1. Die personale Perspektive: Alltagserfahrungen, personale Grunderfahrungen und              Lebenssituationen der Schülerinnen und Schüler.
  2. Die gesellschaftliche Perspektive: Gesellschaftliche Wertvorstellungen und Konflikte.
  3. Die ideengeschichtliche Perspektive: Wirkmächtige Leitvorstellungen und Ideen.

 Die Themen des Faches Praktische Philosophie sollen in sieben Fragenkreisen gebündelt werden.

  1. Die Frage nach dem Selbst
  2. Die Frage nach dem Anderen
  3. Die Frage nach dem guten Handeln
  4. Die Frage nach Recht, Staat und Wirtschaft
  5. Die Frage nach Natur und Technik
  6. Die Frage nach Wahrheit, Wirklichkeit und Medien
  7. Die Frage nach Ursprung, Sinn und Zukunft

Das Fach Praktische Philosophie steht im Fächerkanon gleichberechtigt neben allen anderen Fächern, in denen keine Klassenarbeiten geschrieben werden. Noten in diesem Fach haben somit die gleiche Bedeutung für die Versetzung wie die aller anderen Fächer der Fächergruppe 2.

Die Leistungsbewertung wird nach den gleichen Kriterien vorgenommen wie bei den anderen Fächern dieser Fächergruppe.

 

Philosophie (Sekundarstufe 2)

Das Fragen nach dem Sinn des Seins, dem Wesen der Dinge und nach Ursprung und Ziel der Welt und des Menschen in dieser Welt hat die Menschen aller Kulturen zu allen Zeiten bewegt. Dieses Fragen ist zugleich Ursprung und Antrieb des Philosophierens.

In der Tradition des Stadtgymnasiums hat das Fach Philosophie schon immer seinen Platz gehabt. Dem gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld (II) zugeordnet, ist es Fach der gymnasialen Oberstufe und wird am Stadtgymnasium in Grundkursen der Jahrgangsstufen 10 bis 12 unterrichtet. Im Abitur kann es sowohl als schriftliches (3. Fach) wie auch als mündliches (4. Fach) Prüfungsfach gewählt werden.

Schülerinnen und Schüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, besuchen bis zum Ende der Jahrgangsstufe 11 die Philosophiekurse.

Einen Einblick in Themen und Gegenstände des Faches gibt die folgende Abfolge der Rahmenthemen, wie sie durch unseren Schullehrplan vorgesehen ist:

Einführungsphase:

  • Der Mensch und sein Handeln
  • Erkenntnis und ihre Grenzen 

 Qualifikationsphase:

  • Das Selbstverständnis des Menschen
  • Werte und Normen des Handelns
  • Zusammenleben in Staat und Gesellschaft
  • Geltungsansprüche der Wissenschaften

Bei der konkreten Kursplanung sind zudem die jeweils aktuellen Vorgaben für das Zentralabitur zu berücksichtigen (vgl. Schullehrplan).

Detaillierte Angaben zum Unterricht in den Fächern Philosophie und Praktische Philosophie finden sich im schulinternen Lehrplan.