Die Welt mit anderen Augen sehen…

Um einen anderen Blickwinkel auf das Studienleben zu erlangen, habe ich an einem Probestudium im Bereich der Physik an der Universität Duisburg-Essen teilgenommen. Hierbei besuchte ich von November bis März drei aufeinander folgende Vorlesungsblöcke und ein Praktikum, wodurch ich einzigartige Eindrücke gewann.

In den Mathematik-Vorlesungen wurden wichtige Grundlagen für das weitere Verständnis für die Dauer des Probestudiums geschaffen. Zu den behandelten Themen gehörten z.B. komplexe Zahlen. Dies erwies sich zeitweise als Herausforderung, jedoch konnte ich mich auch außerhalb der Universität auf Hilfestellung von schulischer Seite, im Rahmen der „individuellen Förderung“, verlassen, da z. B. die Komplexen Zahlen kein Thema der Oberstufe sind.

Der experimentelle Kurs behandelte nun die Physik, wobei das umfangreiche Thema von Schwingungen und Wellen bearbeitet wurde. Während der Vorlesungen wurden einige Experimente zur Verdeutlichung durchgeführt, was auch dafür sorgte, dass man aktiv in die Vorlesung eingebunden wurde, da Hypothesen aufgestellt werden konnten.

Anschließend folgte der letzte Vorlesungsteil mit einem Kurs zur theoretischen Physik. Dabei beschäftigten wir uns primär mit der Relativitätstheorie.

Um das erlernte Wissen anzuwenden und zu festigen, wurden Übungsaufgaben zur Verfügung gestellt, wodurch eine hervorragende Möglichkeit geboten wurde, Probleme gemeinsam in Gruppen zu lösen.

Die abschließende Einheit bildete das Praktikum an der Universität, wo Versuche durchgeführt wurden, die auch im Anfängerpraktikum des ersten Semesters vorkamen. Darunter waren Experimente zur Beugung und zum Photoeffekt. Neben den weiteren, höchst interessanten Experimenten hat mich das Rasterelektronenmikroskop am meisten beschäftigt, da man einen Blick auf eine Welt werfen durfte, die dem menschlichen Auge sonst verborgen bleibt.

Während allen wöchentlichen Einheiten wurde die Gruppe von engagierten Studenten begleitet, wodurch eine optimale Betreuung gewährleistet wurde.

Abschließend kann ich aus dieser Erfahrung sehr viele positive Aspekte entnehmen, die mich persönlich weitergebracht haben und ich würde die Gelegenheit definitiv allen Interessierten weiterempfehlen. Ehrlicher Weise muss ich aber auch davon berichten, dass das Probestudium keine „Spaßveranstaltung“ gewesen ist. Ich hatte meine Probleme mit dem Zeitmanagement, da es anstrengend ist, neben einer stressigen Schulwoche, die Zeit zu finden, die Inhalte aufzuarbeiten oder generell alles unter einen Hut zu bringen. Dennoch ist es möglich. Da das Probestudium während der gesamten Dauer mit der umfassenden Komplexität des Studienganges Physik zu jeder Zeit so realitätsnah wie möglich gestaltet wurde, kamen wir alle von Zeit zu Zeit an unsere Grenzen. Ich habe ebenfalls die Erfahrung mitgenommen, dass Niederlagen eine normale Sache sind, wenn man etwas Neues ausprobiert, jedoch muss man weitermachen und versuchen, sein Bestes zu geben, da man erst dann sein Ziel erreicht. Aus heutiger Sicht würde ich das Probestudium immer wieder beginnen.

Text und Fotos: Jill Meyer

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