Dialog mit der Welt beginnt im Klassenzimmer: Achtklässler im Gespräch mit Entwicklungshelfer

Gruppenfoto Entwicklungszusammenarbeit 2015

Globalisierung, so lernten wir im Unterricht, bedeutet intensivere Warentransporte, unbeschränkter Finanztransfer und das Handeln weltumspannender Konzerne. Aber dass dies nur einseitig die komplexe Weltlage beschreibt, dass wir persönlich auch wertvoll sinnstiftenden Nutzen aus der globalen Vernetzung ziehen können, das wurde uns bei dem Besuch von Entwicklungshelfer Heinz Rothenpieler von Lernen-Helfen-Leben e.V. aus Düsseldorf am 12.05.2015 im Kurs „GW“ am Stadtgymnasium bewusst:

Aus seinem reichen Schatz an Erfahrungen berichtete unser Gast von grundsätzlichen Zusammenhängen der Entwicklungsarbeit in Afrika. Unsere Fragen führten zu intensivem Gespräch mit Herrn Rothenpieler, in dem er Aufforstungs- und Bildungsprojekte im Kongo erläuterte. In diesem Land ist vor allem der Regenwald von besonderer Bedeutung. Aber der Regenwald ist auch für uns und für alle Menschen dieser Erde wichtig – weil er bedroht ist.

Herr Rothenpieler schilderte auf alle unsere Fragen, die aus dem Unterricht erwuchsen, mit Geduld und anschaulichen Erzählungen, welch wichtige Bedeutung Solartechnik, Kenntnis von Heilpflanzen aus dem Regenwald und klimabewusste Energienutzung im tropischen Afrika für die Einwohner haben. Seinen Erfahrungen zufolge sollte man die Menschen durch Wissenstransfer zur Eigenständigkeit bringen, die sie verloren haben, während korrupte Regierungen das Land ruinierten. Waldkindergärten, Ausbildungszentren und Ernährungsseminare werden in Zusammenarbeit mit seiner NGO auch staatlich gefördert. Herr Rothenpieler hat auf die vielen Schulprojekte hingewiesen, die Schülerinnen und Schüler in Deutschland mittlerweile angestoßen haben (siehe: www.l-h-l.org).

Was uns am meisten beeindruckt hat, war die enorme Hilfsbereitschaft der Menschen im Kongo untereinander. Mit vielen Bildern und Filmausschnitten hat uns der Referent erstaunliche Einsichten in einen schwierigen Alltag vermittelt. So haben wir gelernt, dass Entwicklungszusammenarbeit ein gegenseitiges Lernen ist. Und es ist uns bewusst geworden, dass diese Welt nicht ausschließlich einseitig materiell zusammenwachsen (oder ausschließen) muss, sondern Erfahrungen über ausgeprägte Kulturen, unterschiedliche Sichten auf das Leben auf diesem Planeten ausgetauscht und vermittelt werden müssen. Im nächsten Jahr wollen wir das Eine-Welt-Zentrum in Düsseldorf zum Thema „Solarenergie für die Regenwaldregion“ besuchen.

Text für den Kurs GW „8“: Leonida und Thamelini.
Foto: Reza J. (einige Teilnehmer des Kurses mit Herrn Rothenpieler und Kurslehrer Jan Pfennig)

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.