Das StG beim Courage-Tag der Stadt Dortmund

IMG_3031Anlässlich der internationalen Wochen gegen Rassismus luden das Respekt-Büro, die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache und das Courage Netzwerk am 15. März 2017 vier Schülerinnen und Schüler unserer Schule, inklusive zweier Lehrer, zum diesjährigen Courage-Tag der Stadt Dortmund ein. Zu diesem Event wurden alle Schulen mit dem Titel „Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage“ eingeladen.

IMG_2994Der Tag begann um 8:30 Uhr mit dem Treffen am Dietrich-Keuning-Haus in Dortmund. Dort erhielten wir die Chance uns auch mit anderen Schülerinnen und Schülern aus Dortmund über Formen des Rassismus zu unterhalten und uns am „Markt der Möglichkeiten“ über Projekte zum Thema zu informieren. Um 9:00 Uhr begann Nils Oskamp passend zum Thema aus seiner erfolgreichen und überaus interessanten Graphic-Novel, umgangssprachlich auch Comic genannt, vorzulesen. Dies war gerade für die jüngeren Teilnehmer ein kleines Highlight, da Nils Oskamp es geschafft hat, den sehr ernsthaften Inhalt seines Buches interessant und vor allem auch jugendgerecht zu verpacken, sodass die Stunde Lesung schnell verflog.

Im Anschluss dieses literarischen Ausfluges hatten wir dann noch die Chance Fragen zu stellen, welche nach kurzem Zögern auch ergriffen wurde. Nach einer kleinen Pause ging es dann in die Workshops. Es standen zehn verschiedene Aktivitäten, die sich alle mit dem Thema Nationalsozialismus in Dortmund beschäftigt haben, zur Auswahl. Darunter waren unter anderem ein Filmworkshop, ein Theaterstück und auch ein Gespräch mit Aussteigern aus der Nazi Szene.

IMG_3023Wir haben alle den Stadtrundgang durch Dortmund gewählt. Im Laufe dieses Rundganges, der an der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache begann, lernten wir gebürtige Dortmunder unserer Stadt mit ganz anderen Augen zu sehen, denn was kaum einer von uns bewusst gemerkt hatte, war, dass in ganz Dortmund große und kleine Hinweise auf die Verbrechen der Nationalsozialisten und auf die Schicksale ihrer Opfer zu finden sind. So waren uns zum Beispiel die in der ganzen Stadt verteilten goldenen Stolpersteine noch nie wirklich aufgefallen. Jeder dieser Steine soll symbolisch an besonders bekannte Schicksale einiger Dortmunder, die den IMG_3026Nationalsozialisten zum Opfer gefallen sind, erinnern. So findet man zum Beispiel am Friedensplatz drei Stolpersteine, die an das Schicksal der Familie Schanzer erinnern sollen. Diese angesehene, jüdische Familie wurde auf tragische Weise von den Nazis auseinandergerissen, weil sie damals nicht glauben wollte, dass sich die grausamen Praktiken der Nationalsozialisten durchsetzten würden. Diesen Fehlglauben mussten sie mit ihrem Leben bezahlen.

Neben dem Westenhellweg besuchten wir auch das Opernhaus, wo früher eine Synagoge stand, den Friedensplatz und die Corso Passage. In der besagten Passage fand damals eine Schlacht statt, die in die Geschichte Dortmunds eingehen sollte. Denn dort kämpften die Edelweißpiraten, eine Widerstandsbewegung von IMG_3036Jugendlichen, gegen die Hitler-Jugend. Dazu nutzen sie alles, was sie in die Hände bekamen. Nach diesem spannenden Stadtrundgang hatten wir die Gelegenheit uns bei einem kleinen Mittagssnack zu stärken, bevor dann alle Workshops ihre Eindrücke und Ergebnisse bei einer
kleinen Präsentation vorstellen konnten, welche den Abschluss dieser gelungenen Veranstaltung bildete.

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Text: Marlene Schleisick, Katrin Reichwein
Fotos: Berkay Cagdas

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