Das Stadtgymnasium beim Römersonntag im Museum für Kunst und Kulturgeschichte

Seit nunmehr 17 Jahren lädt der VFAU, der Verein zur Förderung des altsprachlichen Unterrichts e.V., einmal jährlich im November die Viertklässlerinnen und -klässler aller Dortmunder Grundschulen sowie die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 der Gymnasien zum Römersonntag ein.

Am vergangenen Sonntag, dem 17. November, war es also wieder soweit: Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte hat seine Pforten geöffnet für alle latein- und römerbegeisterten Kinder – oder die, die es noch werden wollen. Mehrere hundert Kinder folgten zusammen mit ihren Eltern der Einladung – ein absoluter Besucherrekord! Vieles gab es hier zu entdecken, auszuprobieren und zu basteln:

Ein Höhepunkt war sicherlich das interaktive Theaterstück, das die vierzehnköpfige Latein-Profilklasse 6 zusammen mit Frau Dr. Stöppelkamp auf die Bühne gebracht hat: Mit einer Zeitmaschinen-App reisten fünf Schülerinnen und Schüler des Stadtgymnasiums auf den Olymp und lernten zusammen mit dem Publikum die römischen Götter kennen: zuallererst natürlich den „Chef“ im Olymp, den ewig untreuen Wettergott Iupiter, seine eifersüchtige Ehefrau Iuno, den Schmiedegott Vulcanus, die Liebesgöttin Venus, den Kriegsgott Mars, den geflügelten Liebesgott Amor, Minerva, die Göttin der Weisheit, sowie schließlich den Götterboten Mercurius, der die Kinder zurück auf die Erde geleitete, als die Zeitmaschinen-App aufgrund mangelnden Handyempfangs im Olymp ihren Dienst versagte. Fazit: Flirts, Streitereien, freche Lausebengel oder „Zickenkrieg“ um den ersten Platz im Schönheitswettbewerb – die Mythen rund um die antiken Götter sind gerade deshalb so spannend und kurzweilig, weil sie ähnlich menschlich sind wie wir.

Als kreatives Bastelangebot gab es wieder die beliebten römischen Legionärshelme, Goldschmuck, die sogenannten Bullae (Ketten für Kinder, die beim Erwachsenwerden abgelegt wurden), Fibeln (Anstecknadeln, mit denen die römischen Gewänder zusammengehalten wurden), kleine Mosaike, Wachstäfelchen (darin ritzten die Römer Nachrichten, aber auch ihre Schulaufgaben) und eine Buttonmaschine, mit der man einen Namensanstecker in griechischer Schrift anfertigen konnte. Außerdem konnte man Selfies in römischer Kleidung schießen oder verschiedene Wurf- und Strategiespiele ausprobieren, an denen früher römische Kinder ihren Spaß hatten.

Und man mag es kaum glauben, aber es gab Kinder, die anscheinend sogar am Sonntag die Schule vermissten und am Latein-Schnupperunterricht bei Frau Dr. Stöppelkamp teilgenommen haben, wo sie erfahren konnten, mit wieviel Latein wir im Alltag umgeben sind und sie als „Satzdetektive“ sogar schon die ersten lateinischen Sätze übersetzen lernten.

Während die Kinder mit Basteln, Spielen und Lateinlernen vollauf beschäftigt waren, konnten sich die Eltern bei Vorträgen von Herrn Erlenkämper und Prof. Dr. Grünzweig (Institut für Anglistik und Amerikanistik der TU Dortmund) über die Vorteile des Faches Latein informieren und ihre Fragen stellen.

Ein herzliches Dankeschön an alle Kolleginnen und Kollegen, Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9-12 (und sogar ehemalige!) und Eltern, die durch ihre tatkräftige Unterstützung und Hilfe dazu beigetragen haben, dass dieser Tag wieder zu einem großen Erfolg wurde. Gratias ago maximas vobis omnibus!

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Text: Dr. Katrin Stöppelkamp
Fotos: Karoline Brunswicker

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