„Auf die Perspektive kommt es an!“ … Einsichten zu Grundfragen und Erfolgsbedingungen von Entwicklungszusammenarbeit

Am 5. und 12. März 2014 besuchte der Entwicklungshelfer Heinz Rothenpieler vom Verein Lernen-Helfen-Leben e.V. aus Düsseldorf unser Stadtgymnasium.

_SAM4652Herr Rothenpieler arbeitet seit über 20 Jahren in der Entwicklungshilfe – seit 10 Jahren hauptamtlich – und begleitet in Zusammenarbeit mit vielen Menschen unterschiedliche Projekte im Kongo, in Tansania und Nigeria vor Ort und von Deutschland aus.

In einer Mischung aus Erlebnisbericht und praktischer Arbeit ließ Herr Rothenpieler uns Schüler der Stufe 12 an seiner langjährigen Erfahrung teilhaben. Dabei konnten wir die unterschiedlichen Phasen der Entwicklungshilfe kennen lernen. Seit fünf Jahren wird der Kontakt zwischen L-H-L e.V. und unserer Schule durch Veranstaltungen im Unterricht, Ausstellungen und AG gepflegt.

Hier unsere Eindrücke von der Veranstaltung im Grundkurs Sozialwissenschaften:

Bildung der jungen Einwohner des Kongo ist die Grundlage für eine langfristige Verbesserung der Lebensumstände. Dies haben wir im Unterricht am Beispiel der Waldkindergärten gelernt, die durch L-H-L e.V. unterstützt worden sind. Der Zusammenhang zwischen Wohlstand und Bildung ist überall auf der Welt belegbar. Diese Hilfe lässt die Menschen über Generationen hinweg selbstständig werden.“ (L.R.)

_SAM4649Es ist erschreckend, welch‘ Geheimnis hinter unseren Mobiltelefonen steckt, auf die wir in unserem Alltag schon kaum verzichten mögen. Herr Rothenpieler hat durch seinen Vortrag über den Coltan-Abbau im Kongo meinen Horizont erweitert. Diese Einsichten haben mich ermuntert, Hilfsprojekte gegen Ausbeutung und Unterentwicklung zu unterstützen.“ (I.Ö.)

Sobald man sich mit den Erfahrungen eines Entwicklungshelfers auseinander setzt, verinnerlicht man erst richtig die Wichtigkeit einer staatlichen Kontrolle. Ist diese nämlich nicht vorhanden, treten Menschenrechtsverletzungen und Korruption zum Vorschein. Daher ist es umso notwendiger, gerechte Projekte ohne Hintergedanken an Eigenprofit zu gestalten. Man muss den Menschen vor Ort eine an ihren Bedürfnissen orientierte Unterstützung gewährleisten.“ (S.D.)

Ich hätte nie gedacht, dass unsere Bürokratie nicht nur uns sondern auch Menschen auf anderen Kontinenten das Leben erschweren kann. Herr Rothenpieler hat mir diesbezüglich eine neue Sichtweise gewährt und ich frage mich, ob das Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen administrativer Hürden über die Jahrzehnte nicht aus der Balance geraten ist.“ (P.S.)

_SAM4648Der Schutz des Regenwaldes ist in seiner Region ein Auftrag für die Bevölkerung dieser Länder. Wenn man ihnen den Zugang zu umweltschonenden Energien eröffnet, müssen sie kein Holz mehr verfeuern. Wissen und demokratische Strukturen sind der Schlüssel für Eigenständigkeit. Eine Entwicklungszusammenarbeit auf dieser Basis interessiert mich seit dem Besuch von Herrn Rothenpieler. Er zeigte uns, wie man einen Antrag zur staatlichen Förderung eines Entwicklungsprojekts stellen kann.“ (A.E.)

Text: Sowi-Gk, Stufe 12 in Zusammenarbeit mit Jan Pfennig
Fotos: Dessy D.

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