Alt-Griechisch am Stadtgymnasium

Sek 1: Stufen 8, 9
Sek 2: Stufen 10-12 (Graecum in Stufe 11)
Lehrbuch: Kantharos


GriechischGriechisch ist … zu nichts nutze, eine tote Sprache, zu schwer“?

Alle Sprachen sind lernintensiv, aber Sprachkompetenz ist eine Schlüsselqualifikation. Nur auf dem Gymnasium hat man die Chance, mehr als zwei Sprachen zu lernen, und nur auf dem Stadtgymnasium hat man in Dortmund die Chance, Griechisch zu lernen. Die griechischen Buchstaben sind schnell gelernt. Viele Fremdwörter des Deutschen kommen aus dem Griechischen (z.B. Astronaut, Diskothek, Chirurg, Telefon, Auto oder Gymnasium).

Griechisch hörte nie auf, gesprochen zu werden.

Altgriechisch wird am Stadtgymnasium regulär vier- bzw. dreistündig unterrichtet, so dass das Graecum bei ausreichenden Leistungen am Ende der Jahrgangsstufe 11 vergeben wird. Das Graecum ist Voraussetzung für einige Studiengänge wie z.B. Theologie, Latein oder Archäologie, für verschiedene Promotionsstudiengänge (bspw. Philosophie), teilweise Ersatz für das Latinum und nützlich für das Verständnis medizinischer und wissenschaftlicher Fachtermini. Bei Bewerbungen kann es ein Kriterium sein, das einen positiv von anderen unterscheidet.

Griechisch ist eine der wenigen Sprachen mit einer 3000-jährigen kontinuierlichen Sprachentwicklung. Altgriechisch ist auch ein Schlüssel für Neugriechisch. Die Wahl des Griechischen bedeutet nicht den Verzicht auf moderne Fremdsprachen, die in der Oberstufe oder im Ausland erlernt werden können. Sprachinteressierte und -begabte Schülerinnen und Schüler haben am Stadtgymnasium außerdem die Möglichkeit, im so genannten „Drehtürmodell“ Französisch und Griechisch gleichzeitig (jeweils zweistündig) zu lernen.

Griechisch steht für eine Bildung ohne Verfallsdatum und ist eine sehr gute Voraussetzung für ein „Lernen für Europa“.

Keiner weiß, was der Arbeitsmarkt in ein paar Jahren erfordert oder verlangt. Altgriechisch kann man nicht unmittelbar zu etwas „gebrauchen“. Griechisch bedeutet Persönlichkeitsbildung statt Berufsausbildung, Gewissensbildung statt Wissensanhäufung. Im Altgriechischunterricht beschäftigen sich die Schüler mit existentiellen Fragen (Was ist Glück? Ist der Mensch das Maß aller Dinge? Woher kommen wir, wo gehen wir hin?), lernen die geistigen Ursprünge Europas kennen und lesen bedeutende Texte. Dadurch verschaffen sie sich einen Zugang zum Anfang und gleichzeitig zu einer hohen Stufe der Philosophie, des Mythos, der Literatur, der Geschichtsschreibung, der Politik und des Theaters: In Homers Ilias und Odyssee begegnen sie dem zornigen Achill und dem trickreichen Odysseus, an Sophokles’ Ödipus oder an Herodots Kroisoslegende lernen sie, wie unsicher und beschränkt menschliches Wissen und Glück ist. Am Melierdialog des Thukydides können Schüler eindringlich die Problematik der Macht als Recht des Stärkeren erkennen. Mit Thales fragen sie nach dem Anfang der Welt, mit Sokrates kümmern sie sich um den Menschen und seine Seele. Schon Richard von Weizsäcker sagte, nur alle 2000 Jahre werde ein Platon geboren. Aristophanes’ Komödien bieten ihnen derbe Komik, Sappho und Alkaios wunderschöne Lyrik. Auch das Neue Testament ist auf Griechisch geschrieben, „Evangelium“ bedeutet beispielsweise „frohe Botschaft“.

Weitere Informationen:

Vfau – Verein zur Förderung des altsprachlichen Unterrichts

Altphilologenverband

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Ralph Ruppert oder Katrin Stöppelkamp